Geschlecht & Kastration

Das Geschlecht

Zwergkaninchen werden mit einem Alter von etwa 3 Monaten, also etwa 12 Wochen, geschlechtsreif, größere Rassen hingegen später. Daher sollte man Kaninchenkinder spätestens in einem Alter von etwa 12 Wochen voneinander trennen, um ungewollten Nachwuchs vermeiden zu können. Sobald sie älter werden, wird auch ihr Geschlechtstrieb stärker. Vor allem die Männchen beginnen dann beinahe ununterbrochen zu rammeln. Doch auch Weibchen bekommen diesen Trieb zu spüren und können oft zickig werden.

Bei erwachsenen Tieren lässt sich das Geschlecht leicht bestimmen, bei Jungtieren hingegen ist es etwas schwieriger. Man sollte sich nicht 100% auf den Verkäufer des Tieres verlassen, am besten wendet man sich zur Geschlechtsbestimmung an einen kaninchenerfahrenen Tierarzt.
–> Falsche Geschlechterbestimmung ist der häufigste Grund für ungewollten Nachwuchs! <–

geschlechtkaninchen

Quelle: http://bit.ly/1EXRdGc


Die Kastration

Männliche Kaninchen (Rammler) sollten auf jeden Fall kastriert werden!

Männliche Kaninchen haben den Drang beinahe ständig rammeln zu wollen, daher auch der Spruch „Rammeln wie ein Karnickel“. Für Wildkaninchen ist dieser Trieb überlebensnotwendig, doch bei uns Zuhause kann dies bald zu einem Problem werden. Unkastrierte Männchen neigen dazu Urin zu spritzen (Reviermarkierung) und befinden sich innerlich und auch körperlich unter Dauerstress, sich vermehren zu wollen. Eine Kastration nimmt ihnen diesen Stress ab, die Männchen werden ruhiger und können ihr Leben viel besser genießen. Sobald der bereits geschlechtsreife Rammler kastriert ist, muss er noch etwa 6 Wochen warten, bis man ihn zu einer Kaninchendame setzen darf, da er innerhalb dieser Zeitspanne unter Umständen immer noch zeugungsfähig sein kann! Ist aber eine Frühkastration vor einem Alter von 12 Wochen durchgeführt worden, erspart man sich diese Wartezeit, da das Männchen noch nicht zeugungsfähig war, und man kann ihn gleich wieder zurück in die Kaninchengruppe setzen. Auch wenn zwei Rammler zusammen gehalten werden und so Nachwuchs ausgeschlossen ist, werden sich diese nach einiger Zeit in die Haare kriegen. Auch aus diesem Grund wird eine Kastration empfohlen.

Die Kastration des Weibchens ist im Vorhinein nicht unbedingt notwendig.

Sollte das Weibchen aber regelmäßig typische Merkmale einer Scheinschwangerschaft aufweisen (Fell ausrupfen, unruhig, Nest bauen), sollte man lieber einen Tierarzt aufsuchen und diesen zu Rate ziehen. Vor allem wenn ein Kaninchenpaar zusammenlebt, kann es vorkommen, dass bei Weibchen der Wunsch nach Nachwuchs so groß ist, dass sie mehrmals im Jahr scheinschwanger werden können. Das führt zu enormen Stress für die Kaninchendame. Im schlimmsten Fall können sich sogar Gebärmutter und Eierstöcke entzünden und das Kaninchen kann daran sterben. Sollte das der Fall sein, muss das Kaninchen unbedingt kastriert werden.

Vor der Operation sollte man sich beim Tierarzt erkunden, was und wieviel das Kaninchen vorher essen darf/soll. Es darf auf keinen Fall nüchtern sein, Heu sollte es immer fressen dürfen. Nach der OP wird das Kaninchen nicht gleich wieder zum Partner gesetzt, da sich dieses erst von den Strapazen erholen muss und aus der Narkose aufwacht. Der Tierarzt kann hierzu die besten Tipps geben!

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Kaninchendamen, die ein Nest bauen wollen, tragen häufig Heu und Stroh im Maul herum.
Ein typisches Anzeichen für eine (Schein-) Schwangerschaft.

Quelle: http://i39.tinypic.com/245bqyt.jpg