E.C. – eine ernste Erkrankung

Dass E.C. (= Encephalitozoon Cuniculi) eine weit verbreitete Erkrankung bei Kaninchen ist, deren typisches Symptom die Kopfschräghaltung sein kann, ist vielen Kaninchenhaltern bereits bekannt. Diesen Artikel haben wir auf magazinmeinhaustier.at gefunden, er erläutert kurz und genau die wichtigsten Fakten über die Krankheit.

 

Krankhafte Kopfschiefhaltung

Parasitärer Erreger weltweit vertreten

Krankhafte-Kopfschiefhaltung-bei-Kaninchen

Am Abend war Kaninchen Nicky noch putzmunter, am darauffolgenden Morgen lag es mit krampfartig nach hinten gebogenem Kopf und extrem überstreckten Gliedmaßen in Seitenlage im Käfig. Die Besitzerin dachte zuerst, Nicky wäre tot, aber plötzlich setzte das Kaninchen sich wieder auf und versuchte sich nach vorne zu bewegen, was jedoch nur mühsam gelang, da die Hinterbeine offensichtlich gelähmt waren. Nickys Besitzerin lief zum Telefon und rief geschockt beim Tierarzt an. Wieder zurück beim Kaninchenkäfig ereilte sie der nächste Schreck: Wie aufgezogen drehte sich Nicky wiederholt um die eigene Körperlängsachse. Nickys Frauchen setzte das Kaninchen in Panik in den Transportkäfig und fuhr zum Haustierarzt. Dort angekommen, saß Nicky mit schief unter den Bauch gezogenen Hinterbeinen und abnorm schief gehaltenem Kopf im Käfig. Nach genauen Untersuchungen vermutete der Tierarzt als Ursache der Erkrankung eine Infektion mit Encephalitozoon cuniculi, was auch vom Labor bestätigt wurde.

E. cuniculi schädigt Gehirn und Nieren

Encephalitozoon Cuniculi (E. cuniculi) ist ein weltweit vorkommender parasitierender Einzeller und gehört zu den inneren Parasiten, den sogenannten Endoparasiten, die in den Zellen des Körpers schmarotzen. E. cuniculi bildet Sporen, die vom Kaninchen mit kontaminierten Futter wie Gras oder Heu aufgenommen werden. Die Parasiten bohren sich durch die Darmwand und gelangen dann am Blutweg in Gehirn, Rückenmark, Niere, Leber und Milz. Besonders ausgeprägt ist die Schädigung von Gehirn und Rückenmark – mit den bei Kaninchen Nicky beschriebenen Symptomen sowie mit plötzlichem Umfallen und Augenzittern – und der Nieren. Infizierte trächtige Kaninchen stecken über die Gebärmutter die ungeborenen Nachkommen an.

Nicht alle infizierten Tiere erkranken

Viele Tiere überstehen eine Infektion mit E.cuniculi ohne selbst zu erkranken, scheiden aber infektionsfähige Sporen des Erregers mit Harn und Kot aus und stecken so – zum Beispiel über verseuchtes Futter – weitere Tiere an. Neben Kaninchen können auch Hamster, Mäuse, Meerschweinchen, Ratten, Ziegen, Schafe, Schweine, Pferde, Hunde, Katzen, Füchse, Affen und auch Menschen von diesem Erreger befallen werden. Als Grund dafür, dass nicht alle von E. cuniculi befallenen Tiere erkranken, nimmt man an, dass erst eine Schwächung des Immunsystems oder psychischer Stress die Erkrankung auslösen. Untersuchungen haben ergeben, dass über achtzig Prozent der Kaninchenbestände mit E. cuniculi infiziert sind, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Menschen mit Immunschwäche sollten den Kontakt mit latent infizierten Kaninchen meiden.

Schnellstmögliche Therapie bringt Erfolg

Werden erkrankte Kaninchen sofort nach dem Auftreten der ersten Symptome tierärztlich behandelt, bestehen gute Aussichten, dass die Tiere wieder gesund werden.